Nds. Ministerium für Inneres und Sport klar

Schünemann: Bei Ausgabe neuer Ausweise soll für Organspende geworben werden

Organspende


HANNOVER. „Vielen schwerkranken Menschen kann heute durch eine Organspende das Leben gerettet werden", sagte Schünemann am Montag in Hannover. Seit Jahren bestehe jedoch ein großer Mangel an Spenderorganen. Durch das Schicksal der Eheleute Steinmeier habe das Thema Organspende in der Bevölkerung erneut eine besondere Aufmerksamkeit bekommen. „Das gezeigte Interesse möchten wir nutzen, um bei der Einführung des neuen Personalausweises zum 1. November 2010 für die Organspende zu werben", so der Innenminister. Viele Bürgerinnen und Bürger werden ab diesem Zeitpunkt die Pass- und Ausweisbehörden aufsuchen. „Zu diesem Anlass möchten wir die niedersächsischen Pass- und Ausweisbehörden dafür gewinnen, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Landessozialministerium bei ihrer Aufklärungsarbeit zu unterstützen", sagte Schünemann.

Neben den Informationsmaterialien zum neuen Personalausweis soll den Bürgerinnen und Bürgern eine Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema „Organ- und Gewebespende" ausgehändigt werden. Die Broschüre enthält neben vielseitigen Informationen auch einen heraustrennbaren Organspendeausweis. Dadurch soll eine große Anzahl von Menschen erreicht werden. Die kommunalen Spitzenverbände haben ihre Unterstützung signalisiert. Alle Pass- und Ausweisbehörden werden in den nächsten Tagen in einen Brief vom Ministerium über die gewünschte Hilfe informiert.

Die BZgA unterstützt die Idee und wird den niedersächsischen Pass- und Ausweisbehörden insgesamt 500.000 kostenlose Broschüren zur Verfügung stellen.

„Die Initiative des Niedersächsischen Innenministeriums ist ein ganz wichtiger Beitrag, um Bürgerinnen und Bürger für das Thema Organspende zu sensibilisieren. Dafür bedanke ich mich herzlich", sagte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Es ist ganz entscheidend, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Thema auseinandersetzen und eine Entscheidung zur Organspende treffen. Denn das Überleben und die Lebensqualität derjenigen, die auf der Warteliste stehen, hängt von der Organspende-bereitschaft der Mitmenschen ab."

Im Ziel sind sich Schünemann und Pott einig: „Durch die umfassende Information der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen möchten wir erreichen, dass mehr Menschen ihre Bereitschaft zur Organspende in einem Organspendeausweis dokumentieren."

Organ- und Gewebeübertragungen gehören aufgrund der Entwicklung der Medizin in den letzten 30 Jahren zum Standard der medizinischen Versorgung. Laut Umfragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stehen die meisten Deutschen der Organspende positiv gegenüber. Rund 67 Prozent würden einer Organspende nach ihrem eigenen Tod zustimmen. Aber nur siebzehn Prozent der Bundesbürger haben ihre Entscheidung zur Organspende in einem Ausweis vermerkt.

Der Bedarf an Spenderorganen in Deutschland ist groß: 12.000 Menschen warten derzeit auf eine lebensrettende Transplantation. Im vergangenen Jahr konnten jedoch nur etwa 4.700 Organe übertragen werden. Auf Spenderorgane muss häufig lange gewartet werden:

Auf eine Niere im Durchschnitt fünf bis sechs Jahre; auf Herz, Lunge, Leber oder Bauchspeicheldrüse ein bis zwei Jahre.

In Niedersachsen lag die Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner in 2009 bei 12,2. Im bundesweiten Durchschnitt liegt sie bei 14,9 pro eine Million Einwohner.

Den Organspendeausweis füllen die Bürgerinnen und Bürger selbst aus. In dem Ausweis können sie schriftlich einer Organspende zustimmen, diese ablehnen oder auf bestimmte Organe oder Gewebe beschränken. Der Organspendeausweis wird nicht hinterlegt und von keiner offiziellen Stelle registriert, er sollte allerdings möglichst immer mit sich geführt werden.

Weitere Informationen zum Organspendeausweis erhalten Sie auf den Informationsseiten der BZgA unter:

www.organspende-info.de sowie

http://www.organspende-info.de/bestellservice/Organspendeausweis/

http://www.organspende-info.de/bestellservice/broschueren/

oder

auf der Internetseite des Landessozialministeriums unter

http://www.ms.niedersachsen.de

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Artikel-Informationen

13.09.2010

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