Nds. Ministerium für Inneres und Sport Niedersachen klar Logo

Polizei Niedersachsen und internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem vereinbaren enge Zusammenarbeit

Behrens: „Die Kooperation mit der Gedenkstätte Yad Vashem ist ein bedeutender Meilenstein für die Polizei Niedersachsen“


Im Zuge ihrer Delegationsreise nach Israel unterzeichneten Landespolizeipräsident Axel Brockmann und der Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, Carsten Rose, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Gedenkstätte Yad Vashem, Dani Dayan, heute (16.05.2023) eine Absichtserklärung über die Gründung einer gemeinsamen Kooperation zwischen der Polizei Niedersachsen und der Gedenkstätte. Teil der Delegation der niedersächsischen Polizei sind 18 niedersächsische Polizeistudierende, die vor Ort an einer Führung sowie an zwei Workshops der International School for Holocaust Studies, Yad Vashem, teilnehmen. Hier werden sich die angehenden Polizistinnen und Polizisten mit dem jüdischen Leben vor dem Holocaust, mit der Rolle der Polizei während der Schoah und der Aufarbeitung der Verbrechen in der Nachkriegszeit am Beispiel des Massakers von Bialystok auseinandersetzen.

Der Abschluss des Kooperationsvertrages wurde seit Monaten durch die Polizeiakademie Niedersachsen intensiv vorbereitet. Bereits im April 2022 reisten erstmalig Vertretende der Polizeiakademie Niedersachsen nach Yad Vashem, um wesentliche Eckpunkte der heute geschlossenen Vereinbarung zu erörtern.

Die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, sagt: „Die Kooperation mit der Gedenkstätte Yad Vashem ist ein bedeutender Meilenstein für die Polizei Niedersachsen. Wir versprechen uns von der Zusammenarbeit noch mehr Sensibilität für demokratiegefährdende Tendenzen und fördern damit eine lebendige Erinnerungskultur – gegen ein Vergessen der nationalsozialistischen Verbrechen. Eine solche Kooperation ist gerade in einer Zeit, in der versucht wird, rechte Tendenzen und eine Delegitimierung des Staates wieder salonfähig zu machen, von großer Bedeutung. Mit dem Bildungsprogramm ‚Polizeischutz für die Demokratie‘ realisiert die Polizei Niedersachsen schon jetzt zahlreiche und vielfältige Aus- und Fortbildungsangebote für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit dem Ziel der Demokratiestärkung wird sie sich weiterhin entschlossen gegen autoritäre Entwicklungen stellen - insbesondere auch innerhalb der Polizeiorganisation.“

Landespolizeipräsident Axel Brockmann ergänzt: „Im Mittelpunkt der Kooperation zwischen der Polizei Niedersachsen und der Gedenkstätte Yad Vashem steht der Austausch über die Folgen von Antisemitismus – in der Vergangenheit und bis heute. Künftig wollen wir regelmäßig gemeinsame Projekte umsetzen, virtuelle Fortbildungsangebote für alle Angehörigen der Polizei Niedersachsen einführen und die gemeinsame wissenschaftliche Zusammenarbeit fördern. Besonders wichtig dabei ist, dass Studierende der Polizeiakademie Niedersachsen künftig durch die Teilnahme an Studienreisen nach Israel und dem hervorragenden Bildungsangebot von Yad Vashem profitieren werden.“

Die Vereinbarung mit der internationalen Gedenkstätte ist Teil eines breit angelegten Bildungskonzeptes, das die demokratischen Strukturen der Polizei Niedersachsen weiter stärken soll. Das demokratische Selbstverständnis ist unverrückbare Grundlage für die Berufsausübung und die bürgerorientierte Aufgabenerfüllung einer jeden Polizistin und eines jeden Polizisten. Für die Anwärterinnen und Anwärter an der Polizeiakademie Niedersachsen ist die Demokratieförderung deshalb seit Jahren ein fester Bestandteil des Curriculums.

Artikel-Informationen

erstellt am:
16.05.2023

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln