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erstellt am:
03.02.2026
Behrens: „Mit der Zentralstelle bündeln wir das beschleunigte Fachkräfteverfahren erstmals landesweit an einer Stelle, was klare Zuständigkeiten, einheitliche Abläufe und mehr Verlässlichkeit schafft“
Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, hat heute (03.02.2026) die Zentralstelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren am Standort der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Osnabrück besucht. Sie informierte sich vor Ort über die Aufgaben, Arbeitsweise und ersten Erfahrungen der neuen Organisationseinheit. Behrens unterstrich dabei die Bedeutung von effizienten Verwaltungsstrukturen für den Zuzug von Fachkräften nach Niedersachsen:
„Niedersachsen ist auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen und dafür braucht es für Unternehmen und Antragstellende klare und verlässliche Strukturen. Bisher waren die kommunalen Ausländerbehörden für die Verfahren zuständig. Mit der Zentralstelle bündeln wir nun das beschleunigte Fachkräfteverfahren erstmals landesweit an einer Stelle, damit die dringend benötigten Fachkräfte möglichst schnell ihre Arbeit aufnehmen und in Niedersachsen durchstarten können. Aktuell stammen die Fachkräfte überwiegend aus der Türkei, Marokko, Kamerun und Tunesien. Besonders stark nachgefragt wird das beschleunigte Verfahren in den Bereichen Pflege und Medizin, Transport und Logistik sowie Land-, Forst- und Tierwirtschaft. Aber auch im Bereich Industrie und Handwerk sehen wir erfreulicherweise einen Anstieg der Anträge.“
Zu den Aufgaben der Zentralstelle gehören die Beratung von Arbeitgebenden zum Ablauf und zu den Anforderungen des Verfahrens, die Koordination der einzelnen Verfahrensschritte sowie die Kommunikation mit Anerkennungsstellen, Auslandsvertretungen und der Bundesagentur für Arbeit. Durch die zentrale Zuständigkeit für ganz Niedersachsen profitieren alle Beteiligten von festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern, standardisierten Prozessen und klaren Zuständigkeiten.
Der Präsident der Landesaufnahmebehörde Klaus Dierker zieht eine positive erste Bilanz: „Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die zentrale Bearbeitung zu stabilen Abläufen und kurzen Bearbeitungszeiten führt. Mit der Zentralstelle haben wir verlässliche Strukturen geschaffen, die den Zuzug von Fachkräften effizient unterstützen.“
Die Zentralstelle wurde 2025 aufgebaut und hat zum 1. Juli 2025 ihre Arbeit aufgenommen. In einer Übergangsphase bestand zunächst parallel weiterhin für die Unternehmen die Möglichkeit, das Verfahren bei kommunalen Ausländerbehörden zu beantragen. Mit dem Jahreswechsel ist die Zentralstelle nun allein zuständig und fungiert als zentrale Anlaufstelle für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Agenturen sowie beteiligte Behörden.
In der Zentralstelle sind aktuell 23 Mitarbeitende beschäftigt. Seit Aufnahme der Arbeit sind 920 Anträge im beschleunigten Fachkräfteverfahren eingegangen. Grundlage des Verfahrens ist eine Vereinbarung zwischen dem jeweiligen Unternehmen und der Zentralstelle. Nach Prüfung der Voraussetzungen und Beteiligung der entsprechenden Stellen erteilt die Zentralstelle eine sogenannte Vorabzustimmung, die das anschließende Visumverfahren für die Fachkraft beschleunigt. Bislang konnten 424 Verfahren abgeschlossen und in 201 Fällen erfolgreich Vorabzustimmungen erteilt werden. Derzeit befinden sich noch 378 Verfahren in laufender Bearbeitung. Vom Abschluss der Vereinbarung bis zur Erteilung der Vorabzustimmung benötigt die Zentralstelle momentan durchschnittlich nur zweieinhalb Wochen.