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Grundstücksmarktbericht 2019 für Niedersachsen: Umsätze mit 22 Milliarden Euro auf Rekordniveau

Pistorius: „Die Geldumsatzsteigerung ist mit 12 % doppelt so hoch wie in den Jahren zuvor“


Niedrige Zinsen und die anhaltend hohe Nachfrage nach Häusern und Wohnungen haben die Immobilienpreise und -umsätze in Niedersachsen im vergangenen Jahr weiter in die Höhe steigen lassen. „Der Geldumsatz für Immobilien in Niedersachsen befindet sich mit 22 Milliarden Euro auf einem Rekordniveau“, so der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, bei der heutigen Vorstellung des niedersächsischen Landesgrundstücksmarktberichtes 2019 des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Niedersachsen.


- Deutlich mehr Kaufverträge in Mittelzentren und ländlichen Regionen -

Die Anzahl der Kaufverträge blieb mit etwa 108.000 Transaktionen nahezu konstant. Auch die erhöhte Nachfrage nach Wohneigentum war landesweit weiter unverändert spürbar, wobei sich durch den Mangel an Wohnraum in Städten eine Verlagerung zugunsten der ländlichen Regionen andeutet. „Die Menschen zieht es zwar nach wie vor in die Ballungszentren Niedersachsens, wir beobachten aber zunehmend, dass auch Regionen mit einer guten Verkehrsanbindung an die Städte immer attraktiver werden“, sagte Pistorius. So wuchs die Zahl der Kaufverträge von Eigenheimen und Eigentumswohnungen in den Großstädten und Großstadtrandlagen in den letzten 5 Jahren um knapp 1 %, in den Mittelzentren und ländlichen Regionen dagegen um 7 %.


- Häuser und Wohnungen im Schnitt 7 % teurer –
Die Preise von Eigenheimen und Eigentumswohnungen kletterten landesweit um durchschnittlich jeweils 7 %. Eine Besonderheit in 2018: Laut Niedersächsischem Preisindex (NIPIX) stiegen die Preise für Eigenheime entgegen dem langjährigen Trend in den ländlichen Regionen (+7 %) stärker als in städtischen Bereichen (+5 %). Dies gilt auch für Eigentumswohnungen, deren Preise sich in den ländlichen Bereichen um knapp 9 % verteuerten. In den Städten fielen diese Zuwächse aufgrund des bereits hohen Preisniveaus mit 4 % erheblich geringer aus.

Das derzeit mittlere Preisniveau für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser zeigt starke regionale Unterschiede; es reicht von 93.000 Euro für ein Haus im Landkreis Holzminden bis zu 420.000 Euro in der Landeshauptstadt Hannover. Die Regionen um die Städte Hannover, Braunschweig/Wolfsburg, Göttingen und Osnabrück weisen ein deutlich höheres Preisniveau als die anderen auf. Dies trifft auch für den Einzugsbereich von Hamburg zu. Im Landesmittel liegt der Preis bei etwa 190.000 Euro.

Während weiterhin dem Eigenheim mit einem Geldumsatzplus von beachtlichen 12 % das ungebrochene Interesse gilt, verringerte sich die Anzahl der veräußerten Eigentumswohnungen geringfügig. Die Geldsumme der in 2018 veräußerten Eigentumswohnungen stieg hingegen auf 3,6 Milliarden Euro. Neue Eigentumswohnungen kosteten je Quadratmeter Wohnfläche im Mittel zwischen 2.140 Euro im Landkreis Goslar und 4.400 Euro in der Landeshauptstadt Hannover. Für ältere Bestandsimmobilien, beispielsweise der Baujahre 1991 bis 2014, wurden zwischen 860 Euro/m² im Landkreis Goslar und im Landkreis Lüneburg, bedingt durch die Nähe zu Hamburg, 2.600 Euro/m² gezahlt.

In Niedersachsen war ab dem Jahr 2010 ein stetiger Preisanstieg für Bauland des individuellen Wohnungsbaus festzustellen. Bauplätze in mittlerer Lage kosteten einschließlich der Erschließungsbeiträge in Niedersachsen zwischen 20 Euro/m² im Ort Bremke (Landkreis Holzminden) und 500 Euro/m² in der Landeshauptstadt Hannover (Stadtteile Kirchrode / Kleefeld). Der mittlere Wert für erschließungsbeitragsfreies Wohnbauland (nur individueller Wohnungsbau, ohne Geschosswohnungsbau) lag im Berichtsjahr bei 88 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche.

Für den Geschosswohnungsbau ist der Geldumsatz für Bauland um 43 % angestiegen. Der Flächenumsatz erhöhte sich um mehr als 60 %, was als Zeichen dafür gelten kann, dass eine verstärkte Aktivierung und Neuausweisung von Flächen Wirkung zeigt.

Bei den Agrarflächen ging die Anzahl der Transaktionen gegenüber 2017 um 3 % zurück, während Geld- und Flächenumsatz jeweils um 4 bzw. 5 % anstiegen. Ackerland verteuerte sich im Landesdurchschnitt um 5 %, bei einem Preisniveau von durchschnittlich 3,30 Euro/m². Die Preisspanne für Ackerland lag zwischen 1-2 Euro/m² in einigen Gemeinden West- und Südniedersachsens und 11 Euro/m² im Raum Cloppenburg/Vechta. Die Grünlandpreise stiegen um durchschnittlich 3 %, das Preisniveau lag landesweit bei 1,60 Euro/m².


Zum Hintergrund:

Die im Landesgrundstücksmarktbericht dargelegten Zahlen sind das Ergebnis der Grundstücksmarktanalysen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte und der landesweiten Auswertungen des Oberen Gutachterausschusses. Er basiert auf der Auswertung sämtlicher notariell beurkundeten Grundstückskaufverträge. Auf der Grundlage der anonymisiert registrierten Kaufverträge werden Bodenrichtwerte und Grundstücksmarktdaten abgeleitet und in Grundstücksmarktberichten veröffentlicht. Die Arbeit der Gutachterausschüsse ist auch durch die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Gutachtern aus verschiedenen Fachrichtungen geprägt.

Weitere Informationen können dem Bericht, der bei der Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Niedersachsen in Oldenburg oder den Geschäftsstellen der örtlichen Gutachterausschüsse im Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) erhältlich ist, entnommen werden. Die Informationen sind auch online abrufbar unter www.gag.niedersachsen.de.


Presseinformation

Vorstellung des Landesgrundstückmarktberichts 2019 durch Minister Pistorius

Artikel-Informationen

06.05.2019

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