Nds. Ministerium für Inneres und Sport klar

3D-Laserscanning-Kampagne für Niedersachsen abgeschlossen

Pistorius: „Beträchtlicher Nutzen für das Land gerade bei Naturkatastrophen“


Um Niedersachsen und seine Menschen bei Naturkatastrophen oder bei Großschadenslagen besser schützen zu können, hat das Landesamt für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen (LGLN) einen dreidimensionalen Datensatz für das Land aufgebaut. Das bedeutet, dass die gesamte niedersächsische Landesfläche jetzt als digitale 3D-Karte vorliegt. Das Besondere an diesem 3D-Datenbestand ist die bisher unerreichte Genauigkeit und Dichte von Höheninformationen über die gesamte Landesfläche. „Wir haben zuletzt beim Hochwasser erlebt, welche Schäden ein Naturereignis anrichten kann und wie wichtig es ist, Vorsorge zu treffen", so Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. „Mit den jetzt vorliegenden 3D-Daten können wir Geländemodelle mit einer Genauigkeit von 20 Zentimetern erstellen, bislang lagen die besten Werte bei rund einem halben Meter. Für Katastrophenszenarien sind das Welten, die zwischen diesen Zahlen liegen. Mit genaueren Geländemodellen können wir beispielsweise Überschwemmungen präzisier vorhersagen und entsprechende Gegenmaßnahmen zielgenauer planen."

In den vergangenen zwei Jahren haben spezialisierte Fachfirmen in insgesamt drei Messkampagnen aus der Luft mehr als 300 Milliarden Messwerte gesammelt und an die Landesvermessung abgegeben. Dort stehen jetzt für das gesamte Landesgebiet aufbereitete Laserdaten als sogenannte Punktwolken auf insgesamt sieben Terabyte Speicherplatz zur Verfügung. Die 3D-Daten aus Laserscanning werden neben Hochwassersimulationen beim Berechnen von Lärm- oder Schadstoffausbreitungen eingesetzt. Außerdem können 3D-Stadtmodelle unterschiedlicher Detaillierungsstufen generiert werden und durch das Scannen der Erdoberflächenform werden alte Bauwerksreste für Archäologen sichtbar. Um mögliche Bombenblindgänger in Bereichen aufzuspüren, die sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs gar nicht oder wenig verändert haben (zum Beispiel in Waldgebieten), nutzt auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) regelmäßig die neuen 3D-Laserscandaten.

Für die landesweite Beschaffung der 3D-Laserscandaten hat das LGLN rund drei Millionen Euro ausgegeben. „Ich bin mir sicher: Die Daten, die dadurch jetzt vorliegen, haben vor allem langfristig einen beträchtlichen Nutzen für Niedersachsen", so Minister Pistorius.

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13.10.2017

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