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erstellt am:
19.03.2026
Behrens: „Norderney war das perfekte Trainingslager für den kommenden zweijährigen niedersächsischen Vorsitz der Sportministerkonferenz in den Jahren 2027 und 2028“
Am heutigen Donnerstag (19.03.2026) hat auf Norderney die 53. Sportministerkonferenz (SMK) stattgefunden. Gemeinsame Gastgeberinnen waren das aktuelle SMK-Vorsitzland Baden-Württemberg und das Vorsitzland der Jahre 2027 und 2028, Niedersachsen. Auf der Tagesordnung standen wichtige Punkte zu diversen sportpolitischen Themen. Schwerpunkte waren dabei unter anderem der Beschluss zur Gründung eines Zentrums für Safe Sport, steuerliche Verbesserungen für Vereine und die deutsche Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele.
Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung: „Ein Dreivierteljahr bevor wir turnusmäßig den Vorsitz der Sportministerkonferenz übernehmen, wollten wir die Vertreterinnen und Vertreter der Länder, des Bundes, der Verbände und Organisationen schon einmal mit dem besonderen Flair der niedersächsischen Insel Norderney auf diese Zeit einstimmen. Niedersachsen ist ein echtes Sportland! Die SMK auf der Nordseeinsel war das perfekte Trainingslager für den kommenden zweijährigen niedersächsischen Vorsitz der Sportministerkonferenz in den Jahren 2027 und 2028.“
Ein zentraler Punkt auf der Tagesordnung war die Beschlussvorlage zur Gründung eines „Zentrums für Safe Sport“ dazu sagt die Ministerin: „Das Bekenntnis der Länder, gemeinsam mit dem Bund ein ‚Zentrum für Safe Sport‘ zu gründen, stellt den zentralen Beschluss der Konferenz dar. Der Schutz von Athletinnen und Athleten muss im Sport höchste Priorität haben. Das geplante Zentrum kann entscheidend dazu beitragen, Prävention, Beratung und unabhängige Aufarbeitung künftig nachhaltig zu stärken.
Safe Sport ist keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern eine Grundvoraussetzung für fairen, respektvollen und menschenwürdigen Sport. Daher werden die Länder und der Bund entsprechend des Beschlusses sehr zeitnah einen Trägerverein für das Zentrum gründen. Niedersachsen hat seine Hausaufgaben bereits erledigt und schon im Vorfeld die Zustimmung des Kabinetts eingeholt, um einem solchen Verein sofort beitreten zu können.“
Außerdem hat sich Niedersachsen mit einem Beschluss für die Rechtssicherheit von Vereinen in Zusammenhang mit einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofes zu der Besteuerung den Mitgliedsbeiträgen stark gemacht.
Sportministerin Behrens dazu: „Wir haben deutschlandweit so viele Mitgliedschaften in Sportvereinen wie nie zuvor, Tendenz steigend. Während die Zahlen der Mitglieder aber steigen, stagnieren die der ehrenamtlich Engagierten, die den Sportbetrieb überhaupt erst möglich machen. Damit die Vereine ihre wichtige Arbeit in Zukunft verlässlich fortführen können, müssen wir den Bürokratieabbau in diesem Bereich weiter vorantreiben und klare, praxistaugliche Rahmenbedingungen schaffen. Im Steuerrecht haben wir durch verschiedene Maßnahmen in jüngster Vergangenheit seit Beginn dieses Jahres bereits gute Fortschritte für das Ehrenamt auch im Sport erzielt. Das jüngste Urteil des Bundesfinanzhofs zur Umsatzsteuerpflichtigkeit von Mitgliedsbeiträgen zeigt jedoch, dass wir noch längst nicht am Ende sind. Darum will die SMK den Bund dazu auffordern, für unsere Vereine eindeutige rechtliche Regelungen für Steuerbefreiungen zu schaffen. Damit niemand, der sich in die Organisation eines Vereins ehrenamtlich einbringen will, Angst davor haben muss, sich mit bürokratischen Vorgaben des Steuerrechts zu befassen – sondern von Anfang an im Verein mit anpacken kann.“
Auch das gesellschaftlich breit diskutierte Thema von Gewalt in Zusammenhang mit Fußballspielen war Thema auf Norderney, neue Beschlüsse wurden hingegen nicht gefasst. Es bestand Einigkeit, dass die Innenministerkonferenz das zentrale Gremium zur Bearbeitung dieses Themas bleiben solle.
Innenministerin Behrens: „Ganz generell erwarte ich von allen Vereinen im Profifußball, dass sie nicht nur für Sicherheit im Stadion sorgen, sondern die Polizei auch dabei unterstützen, gewalttätige Täter zu ermitteln. Wer andere verletzt oder Pyrotechnik als Waffe zündet, darf im Stadion keinen Platz haben.
Deshalb müssen diese Personen konsequent identifiziert und mit Stadionverboten belegt werden. Wir haben bereits jetzt fundierte rechtliche Grundlagen dafür, um konsequent gegen Gewalttäter im Umfeld des Fußballs vorzugehen. Aber es scheint den Vereinen, so werte ich die jüngsten Aussagen von DFL und DFB, der Mut und die Standhaftigkeit dahingehend zu fehlen, diese konsequent anzuwenden. Sie müssen ihrer Verantwortung gerecht werden. Niedersachsen wird die notwendigen Veränderungen, gerade mit Blick auf die verabredete Zentralstelle für Stadionverbote, weiterhin mit Nachdruck einfordern. Wir haben die klare Erwartung, dass bis zum Saisonstart 2026/27 entsprechende Verbesserungen wahrnehmbar sind und sich DFB und DFL an das halten, was verabredet wurde.“
Nach dem Abschluss der Olympischen und Paralympischen Spiele in Mailand und Cortina ordnete Behrens die Ergebnisse ein: „Aus deutscher Sicht kann die Medaillenbilanz der Olympischen und auch der Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina nicht vollends zufriedenstellen, auch die Zielmarken von DOSB und DBS wurden verfehlt. Für mich bieten jedoch diese Spiele erneut eine zentrale Erkenntnis: Das Gastgeberland Italien hat so stark performt wie nie zuvor. Das allein sollte uns weiter dafür motivieren, uns für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland stark zu machen. Es ist kein Geheimnis, dass ich große Sympathien für einen Standort in Norddeutschland hätte. Im Verbund können wir Norddeutschen hier Großartiges leisten und Niedersachsen steht bereit, um sich stark zu beteiligen, mit Infrastruktur, Sportstätten und mit über 9000 Sportvereinen, die für die nötige Begeisterung und Rückenwind sorgen.“
Zur Übernahme des Vorsitzes in der SMK ab 2027 sagt Niedersachsens Sportministerin: „Die heutige Konferenz hat den ersten Meilenstein auf dem Weg zum zweijährigen Vorsitz Niedersachsens innerhalb der Sportministerkonferenz gesetzt. Wir werden 2027 und 2028 im Rahmen des Vorsitzes an exponierten Standorten im ganzen Land diverse Referenten- und Ministerkonferenzen stattfinden lassen. Unser Team arbeitet schon jetzt intensiv an den Planungen, damit die beiden kommenden Jahre im Sportkalender mit niedersächsischer Prägung Highlights werden. Parallel dazu wird auch der niedersächsische Landessportbund den Vorsitz innerhalb der Landessportbünde übernehmen. Hand in Hand werden wir dann die Themen, die uns besonders wichtig sind, vorantreiben und vieles vom Breitensport bis zum Leistungssport, für den Parasport und für Ehrenamtliche bewegen. Ich freue mich jetzt schon darauf!“