Nds. Ministerium für Inneres und Sport Niedersachen klar Logo

Weiterer Flug von behandlungsbedürftigen Flüchtlingskindern mit ihren Familienangehörigen und unbegleiteten Minderjährigen aus Griechenland

Pistorius: „Dürfen unsere Augen vor dem Leid dieser Menschen nicht verschließen“


Am heutigen Mittwoch (11.11.2020) sind auf dem Flughafen Hannover weitere 117 Personen aus den griechischen Flüchtlingslagern eingetroffen. Hierbei handelt es sich um behandlungsbedürftige Flüchtlingskinder mit ihren Eltern und Geschwistern (insgesamt 75 Personen) sowie 42 unbegleitete Minderjährige.

„Mehr als ein Jahr nach meinem Besuch auf Lesbos ist auch dieser Flug ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. „So können diese besonders schutzbedürftigen Menschen hier in Deutschland ihr Asylverfahren unter vernünftigen Rahmenbedingungen durchführen.“

In bewährter Weise werden die ankommenden Personen direkt auf verschiedene Bundesländer verteilt. Niedersachsen wird dieses Mal sieben unbegleitete Minderjährige aufnehmen.

Seit dem Frühjahr dieses Jahres hat Deutschland in enger Absprache mit den Bundesländern sowie den internationalen und europäischen Institutionen (IOM, UNHCR, EASO) begonnen, zunächst unbegleitete Minderjährige, dann behandlungsbedürftige Kinder mit ihren Familienangehörigen aus dem griechischen Flüchtlingslagern nach Deutschland auszufliegen. Ausgangspunkt hierfür ist ein Besuch des griechischen Flüchtlingslagers auf Lesbos von Minister Pistorius im Herbst 2019, der sich seitdem für die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Kinder stark macht. Die Bundesregierung hatte im März dieses Jahres beschlossen, sich im Rahmen einer europäischen Initiative bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern von den griechischen Inseln zu engagieren.

Nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos im September hatte sich die Bundesregierung darüber hinaus bereit erklärt, 1.553 bereits als schutzberechtigt anerkannte Personen aus Griechenland aufzunehmen.

Niedersachsen war und ist in besonderem Maße in die Aufnahme der Menschen eingebunden, etwa durch die Abwicklung von Flügen über Hannover und eine derzeit zentrale erste Aufnahme der bereits anerkannt Schutzberechtigten im Grenzdurchgangslager Friedland.

Pistorius: „Die Lage in den griechischen Flüchtlingslagern ist – insbesondere im Hinblick auf den nahenden Winter – unverändert schlimm, Hilfe ist dringend erforderlich! Bei aller Freude über das bereits Erreichte werden wir in unserem Engagement nicht nachlassen, möglichst viele Flüchtlinge aus ihrer prekären Situation herauszuholen und ihnen menschenwürdige Lebensumstände zu ermöglichen. Und das so schnell wie möglich. Ziel muss sein, dass Deutschland und die anderen europäischen Staaten endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und die Augen vor dem Leid dieser Menschen nicht verschließen.“

Artikel-Informationen

erstellt am:
11.11.2020

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln