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Feldversuch zeigt: Registermodernisierung steht und fällt mit der Datenqualität

Pörksen: „Das Land Niedersachsen, die KDO sowie das Start-Up Datenschmiede.ai werden die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um Register systematisch zu untersuchen und die Kommunen dabei zu unterstützen, sich auf die kommenden Anforderungen der Registermodernisierung vorzubereiten“.

Ein gemeinsames Pilotprojekt des Landes Niedersachsen, dem Start-Up Datenschmiede.ai und dem kommunalen IT-Dienstleister Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) zeigt jetzt erstmals verlässlich, wie gut die Daten in kommunalen Registern wirklich sind. Die Ergebnisse wurden bei einem Treffen vor Ort bei der KDO in Oldenburg präsentiert. Die Registermodernisierung bedeutet, die öffentlichen Register (z. B. Melderegister, Sozialdaten etc.) in Deutschland so zu modernisieren, dass Behörden ihre Daten künftig sicher und automatisch miteinander austauschen können – deutschlandweit und auch innerhalb der EU.

Dadurch sollen digitale Behördengänge für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltung zukünftig schneller und einfacher werden. Dazu ist allerdings eine korrekte, vollständige und einheitliche Erfassung der Daten in den Registern erforderlich. Entscheidend für den Erfolg ist dabei ob die Qualität der vorhandenen Namens- und Adressdaten ausreicht, um Menschen künftig eindeutig über eine Identitätsnummer zu erkennen. Um diese Frage zu beantworten, wurden im Rahmen des Pilotprojektes mit dem Wohngeldregister und dem Hundesteuerregister zwei reelle Register untersucht, wobei deutlicher Verbesserungsbedarf erkannt wurde.

Typische Probleme in den in unterschiedlichen Systemen vorhandenen Daten waren beispielsweise unterschiedliche Schreibweisen (z. B. Müller vs. Mueller), Doppelungen bzw. Dubletten (mehrfache Erfassung von Personen) sowie fehlende oder unvollständige Angaben (bei Adressen oder Namen). Die wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt war, dass nicht das Korrigieren der Daten schwierig ist, sondern die Fehler zu erkennen. Hier helfen automatisierte Verfahren.

Die in dem Projekt eingesetzte Software konnte Datensätze in folgende Kategorien einteilen:

· Korrekt

· mögliche Dubletten

· automatisch korrigierbar

· manuell zu prüfen

Es zeigte sich, dass das Wohngeldregister insgesamt gut gepflegt war. Bei den Daten aus dem Hundesteuerregister gab es sehr viel mehr Probleme. Der Aufwand hängt somit stark vom jeweiligen Fachverfahren ab. Damit sind spezialisierte IT-Systeme gemeint, die in Ämtern ein bestimmtes Aufgabenfeld unterstützen, z. B. die Wohngeld-Software.

Das Pilotprojekt zeigte klar, dass für die Registermodernisierung die Qualität der vorhandenen Daten aktuell noch wichtiger als Fachverfahren oder sonstige IT-Systeme ist. Dabei lohnt es sich, die Daten vor der technischen Anbindung an zentrale Systeme vorzubereiten. Automatische Analyse- und Aufbereitungsverfahren können die Kommunen bei der Vorbereitung entlasten. Der manuelle Aufwand kann deutlich reduziert werden und eine sinnvolle Priorisierung wird möglich.

„Das Land Niedersachsen, die KDO sowie das Start-Up Datenschmiede.ai werden die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um Register systematisch zu untersuchen und die Kommunen dabei zu unterstützen, sich auf die kommenden Anforderungen der Registermodernisierung vorzubereiten“, erklärt Digitalisierungsstaatsekretärin Anke Pörksen.

Artikel-Informationen

erstellt am:
06.02.2026

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