Handlungsprogramm Integration in Niedersachsen

Schünemann: Erfolgreichen Weg der Integration durch Sprache und Bildung weitergehen


HANNOVER. "Mit ihrem neuen Handlungsprogramm Integration wird die Landesregierung in Zusammenarbeit mit wichtigen gesellschaftlichen Verbänden und Institutionen die Integration von Ausländern und Aussiedlern in Niedersachsen verbessern und forcieren", so Integrationsminister Uwe Schünemann am Montag in Hannover. Besonders hervorzuheben seien dabei die vielfältigen neuen Projekte im Bereich Sprache und Bildung. "Erste Erfolge zeigen, dass wir bei unseren Integrationsanstrengungen auf dem richtigen Weg sind. Die eingeführte Sprachstandserhebung und die Förderung bei den Kindergartenkindern zeigen, dass immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund ganz normal den Grundschulbesuch aufnehmen können", so Schünemann.

Besonders erfreulich sei der Trend bei den schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen der Spätaussiedlerfamilien und der jüdischen Zugewanderten. Das Grenzdurchgangslager Friedland habe hierzu in Zusammenarbeit mit dem MI, MK und der Landesschulbehörde ein auf die spezifische Situation dieser Zielgruppe abgestimmtes schulisches Konzept entwickelt. In dessen Mittelpunkt stehe die Unterstützung der individuellen sprachlichen Entwicklung. "Die Tatsache, dass durch dieses Angebot der Trend, nach dem Aussiedlerkinder in der Regel die Hauptschule besuchen, gestoppt wird, zeigt das wir auf dem richtigen Weg sind.", so der Minister. Von den 113 beschulten Jugendlichen besuchten ca. 30 Prozent die Hauptschule, 60 Prozent die Realschule und 10 Prozent das Gymnasium. Rückmeldungen aus den Schulen der aufnehmenden Kommunen besagten, dass die gewählte Schulform in den meisten Fällen bis zum qualifizierten Abschluss beibehalten würde.

Auch ein weiterer Vergleich zeige die positive Entwicklung der Integrationsbemühungen im schulischen Bereich. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2006 38,2 Prozent der ausländischen Schüler in Niedersachsen den Realschulabschluss absolviert. Bundesweit waren es nur 30,8 Prozent. Den Hauptschulabschluss legten in Niedersachen 27,7 Prozent der ausländischen Schüler ab, bundesweit waren es 41,6 Prozent. "Diese Zahlen verdeutlichen: In Niedersachsen sind ausländische Schüler Aufsteiger im Bildungssystem: Mehr Realschulabschlüsse und weniger Hauptschulabschlüsse als bundesweit. Auch bei der Fachhochschulreife liegt Niedersachsen 2006 vorn: 1,9% zu 1,5% bundesweit", so Integrationsminister Schünemann.

"Entscheidend bleibt: Wir müssen unsere bisherigen Integrationsanstrengungen aufrechterhalten und ausbauen. Fehlende Schulabschlüsse und überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenzahlen bei Zuwanderern sowie Tendenzen hin zur Bildung von Parallelgesellschaften sind nicht zu akzeptieren", so Integrationsminister Uwe Schünemann. Das Erlernen der deutschen Sprache ist und bleibt die entscheidende Voraussetzung für einen erfolgreichen Integrationsprozess. Für entsprechende Sprachförderprogramme in Kindergärten und Schulen gibt die Landesregierung jährlich rund 52 Mio. € aus. "Da Integration keine Einbahnstraße ist", so der Integrationsminister, "müssen ausländische Eltern ihren Teil dazu beitragen, dass ihre Kinder Anteil an den Lebens- und Arbeitschancen unseres Landes haben." Die Landesregierung unterstütze eine Politik des "Forderns und Förderns", um das Miteinander zwischen einheimischer und zugewanderter Bevölkerung besser zu gestalten.

Neben der massiven Förderung der Deutschkenntnisse zielt das Programm mit einem Maßnahmenbündel auf die Verbesserung der Ausbildungschancen von jungen Migranten und auf die Förderung von Familien und Frauen. "Dabei gilt es", so Schünemann, "die Menschenrechte der in Niedersachsen lebenden Mädchen und Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis aktiv zu fördern und zu schützen."

Wichtige Projekte des Handlungsprogramms Integration:

- Modellprojekt "Chance nutzen, Perspektive schaffen – Berufsorientierung und Sprachförderung für Jugendliche mit Migrationshintergrund"

- Projekt zur Erhöhung der Abschlussquote und zur Stärkung der Ausbildungsreife

- Studiengänge für Hochqualifizierte Zuwanderer mit akademischen Abschlüssen im Bereich Informatik und Ingenieurwissenschaften

- Integrationslotsen

- Projekt "Soziale Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund durch Fußball an acht Standorten in Niedersachsen

Angesichts der gesamtgesellschaftlichen demografischen Entwicklung müssen wir uns auch auf eine größer werdende Zahl älter Menschen mit Migrationshintergrund einstellen. Dies erfordere im Gesundheitswesen und insbesondere in der Altenhilfe und –pflege eine weitere Professionalisierung der betroffenen Dienste. Mit der finanziellen Förderung von lokalen Beratungsstellen der Wohlfahrtverbände, verschiedenen Einzelprojekten, mit Landespersonal, dass die Integrationsaufgaben der Kommunen unterstützt, sowie der Förderung ehrenamtlicher Arbeit stellt das Land neben seinen eigenen Aktivitäten Mittel für die Integrationsbemühungen vor Ort zur Verfügung. Mit dem Handlungsprogramm Integration hat das Land Niedersachsen deutlich unter Beweis gestellt, dass es an die Umsetzung des Nationalen Integrationsplans, mit dem das Thema Integration seitens der Bundeskanzlerin einen hohen Stellenwert eingeräumt bekommen hat, selbstbewusst und zielstrebig herangeht."

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
05.02.2009
zuletzt aktualisiert am:
20.05.2010

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