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erstellt am:
08.04.2026
Behrens: „Daten retten Leben. Sie helfen uns, Entwicklungen besser zu verstehen, Qualität zu sichern und Entscheidungen zu treffen“
Am heutigen Mittwoch (08.04.26) haben bei der Fachtagung Rettungsdienst rund 160 Teilnehmende aus den operativen Leitungen der Rettungsdienste, den Leitstellen und der Ärztlichen Leitungen Rettungsdienst beim Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz in Celle über aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze diskutiert.
Das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung hatte zum zweiten Mal zu der Tagung eingeladen. Dieses Mal stand die Veranstaltung unter dem Motto „Daten retten Leben“. Dadurch wurde das Potenzial der Datenerfassung und -Analyse im Rettungsdienst nochmal deutlich. Diese Daten sind ein Baustein, um zu ermitteln, wie beispielsweise zukünftig noch effizienter die Hilfe durch das passendste Einsatzfahrzeug an den Notfall-Ort kommen kann. Darüber hinaus ermöglichen die Daten eine Überprüfung der Qualität der geleisteten Hilfe vor Ort, um diese weiterhin optimieren zu können.
Während der Tagung ging es unter anderem um die Diskussion um differenzierte Hilfsfristen je nach Schweregrad der Verletzung oder Erkrankung sowie um den Umgang mit kritischen Ereignissen im Rettungsdienst.
Zudem tauschten sich die teilnehmenden Expertinnen und Experten darüber aus, wie Daten zu einer höheren Patientensicherheit führen können. Aber auch der Beitrag zur Leitstellenmodellierung, d.h. wie eine sinnvolle und effektive Leitstellengröße aussehen könnte, war ein Thema.
Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, betonte bei der zweiten Fachtagung Rettungsdienst: „Für einen zukunftsfesten Rettungsdienst brauchen wir Erfahrungen und Engagement sowie belastbare Erkenntnisse. Dazu gehört, dass eine entsprechende Datengrundlage vorliegt und diese kontinuierlich verbessert wird. Damit treiben wir in Niedersachsen die Qualitätssicherung im Rettungsdienst voran. Mir ist wichtig zu betonen, dass damit keine zusätzliche Bürokratie geschaffen wird. Wir gewinnen dadurch mehr Transparenz, um Unterschiede zwischen den örtlichen Rettungsdiensten besser einordnen zu können und landesweit von guten Lösungen zu lernen. Die einheitliche Datenqualität ist ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes in Niedersachsen.“
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die anstehende Novelle des Niedersächsischen Rettungsdienstgesetzes (NRettDG). Mit dieser soll unter anderem eine Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im Rettungsdienst geschaffen werden. Geplant ist zudem die Formulierung einer Rechtsgrundlage für die künftige digitale Fallübergabe. Darüber hinaus gab es im Rahmen der Tagung Vorträge zu ersten Erkenntnissen der neuen Bereitschaftsdienstreform der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) sowie zum Akut-Einsatzfahrzeug, welches aktuell im Rahmen eines Pilotprojektes getestet wird.