LÜKEX 2026: Niedersachsen übt gemeinsam für den Ernstfall einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage

Behrens: „Regelmäßige Übungen wie die LÜKEX stärken unsere Krisenresilienz und tragen dazu bei, den Schutz der Bürgerinnen und Bürger noch besser aufzustellen“

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland bis Ende Juni dieses Jahres bereits mehr als 5.000 Menschen an den Folgen von Hitze verstorben. Gleichzeitig führten die außergewöhnlich hohen Temperaturen unter anderem zu Einschränkungen im Bahnverkehr, Straßenschäden, einer hohen Waldbrandgefahr und außergewöhnlich niedrigen Wasserständen. Auch kritische Infrastrukturen wie die Energieversorgung stehen in solchen Lagen vor besonderen Herausforderungen. Die vergangenen Wochen haben bundesweit eindrucksvoll gezeigt, dass außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen längst nicht mehr nur eine Herausforderung für das Gesundheitswesen darstellen, sondern zunehmend den gesamten Bevölkerungsschutz fordern.

Vor diesem Hintergrund beteiligt sich Niedersachsen im Herbst an der Länder- und Ressortübergreifenden Krisenmanagementübung (LÜKEX). Dabei steht in diesem Jahr das Szenario einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage im Mittelpunkt. Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordinierte Übung dient dem zentralen strategischen Krisenmanagement von Bund und Ländern. Mehr als 180 Organisationen beteiligen sich an der diesjährigen LÜKEX. Aus Niedersachsen nehmen alle für das Szenario zuständigen Ministerien teil – darunter insbesondere die Bereiche Inneres, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr.

Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, erklärt: „Wir alle haben die Auswirkungen hoher Temperaturen in den vergangenen Wochen immer wieder gespürt und sie stellen eine besondere Herausforderung dar. Umso mehr müssen wir uns auf außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen vorbereiten.

Denn diese betreffen nahezu alle Bereiche unseres Gemeinwesens – von der Gesundheits- und Trinkwasserversorgung bis hin zu Infrastruktur, Landwirtschaft und Einsatzkräften. Diese Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Deshalb beteiligt sich Niedersachsen selbstverständlich an der Länder- und Ressortübergreifenden Übung. Wirksamer Bevölkerungsschutz gelingt nur im engen Zusammenspiel aller verantwortlichen Stellen. Regelmäßige Übungen wie die LÜKEX stärken unsere Krisenresilienz und tragen dazu dabei, bereits vorhandene und erprobte Verfahren kontinuierlich weiterzuentwickeln, die gute Zusammenarbeit weiter zu stärken und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger noch besser aufzustellen.“

Im Mittelpunkt der LÜKEX steht dabei das strategische Krisenmanagement. Geübt wird, wie Bund, Länder und weitere beteiligte Stellen Informationen austauschen, Entscheidungen koordinieren und Maßnahmen aufeinander abstimmen. Ziel ist es, das nationale Krisenmanagement weiterzuentwickeln und die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge zu stärken. Das Üben eines besonders anspruchsvollen Worst-Case-Szenarios liefert dabei Erkenntnisse, die weit über Hitze- und Dürrelagen hinausreichen und die Bewältigung unterschiedlichster Krisenlagen verbessern können.


Notfall-Monitor Niedersachsen bündelt Warnungen, Vorsorge und Informationen

Ein wirksamer Bevölkerungsschutz umfasst jedoch nicht nur die Vorbereitung staatlicher Stellen, sondern auch die frühzeitige Information der Bevölkerung. Deshalb begleitet Niedersachsen die LÜKEX mit der folgenden Informationsseite im Notfall-Monitor Niedersachsen: https://www.niedersachsen.de/notfallmonitor/luekex.

Mit dem Notfall-Monitor Niedersachsen informiert die Landesregierung fortlaufend über aktuelle Gefahrenlagen, Warnungen und Maßnahmen zur persönlichen Notfallvorsorge. Die zentrale Informationsplattform bündelt Hinweise verschiedener Fachbehörden und verknüpft diese unmittelbar mit konkreten Verhaltensempfehlungen. Ergänzend finden Bürgerinnen und Bürger dort Hintergrundinformationen zur diesjährigen LÜKEX sowie zum Bevölkerungsschutz in Niedersachsen – denn wirksamer Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst im Einsatzfall, sondern bereits mit verlässlichen Informationen und persönlicher Vorsorge.


Hitze und Dürre: Unterschiedliche Herausforderungen für die beteiligten Ressorts

Die Auswirkungen außergewöhnlicher Hitze- und Dürrelagen unterscheiden sich je nach Aufgabenbereich der beteiligten Ressorts. Die folgenden Beispiele verdeutlichen, welche Herausforderungen die Übung aus niedersächsischer Sicht in den Blick nimmt:


Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung
Langanhaltende Hitzeperioden stellen das Gesundheitswesen vor besondere Herausforderungen. Hohe Temperaturen können zu einer steigenden Zahl hitzebedingter Erkrankungen führen und insbesondere ältere Menschen, chronisch Kranke sowie weitere vulnerable Gruppen gefährden. Gleichzeitig können Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen an ihre Belastungsgrenzen geraten.

Mit der LÜKEX nutzt das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung die Möglichkeit, das Krisenmanagement insbesondere im eigenen Ressort praxisnah weiterzuentwickeln. Dabei werden interne Abläufe und Entscheidungsprozesse erprobt sowie das ressort- und behördenübergreifende Zusammenwirken unter realitätsnahen Bedingungen geübt.


Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen können erhebliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben – von der Tierhaltung über den Ackerbau bis hin zu einer erhöhten Waldbrandgefahr, insbesondere in den waldreichen Regionen Nordostniedersachsens. Gleichzeitig gilt es, auch den Dienstbetrieb und das Krisenmanagement unter extremen Wetterbedingungen aufrechtzuerhalten.

Mit der LÜKEX erprobt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit beteiligten Behörden, Institutionen und Unternehmen die Abstimmungs- und Kommunikationswege für den Ernstfall.


Artikel-Informationen

erstellt am:
28.07.2026

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