Innenminister Schünemann gibt Preisträger bekannt
Kulturpreis Schlesien 2008 geht an die Bildhauerin Anna Malicka-Zamorska und den Musikwissenschaftler Prof. Dr. Hubert Unverricht
HANNOVER. Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Uwe Schünemann, hat die Preisträger des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen 2008 bekannt gegeben. Die Bildhauerin Anna Malicka-Zamorska sowie der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Hubert Unverricht wurden von einer unabhängigen Jury aus Deutschland und Polen gewählt. Einen Sonderpreis erhält die Redaktion der Zeitschrift "die horen", eine Publikation für Kunst, Literatur und Kritik. Minister Uwe Schünemann wird die Preisträger am 6. September 2008 im polnischen Liegnitz auszeichnen. Die beiden Hauptpreise sind mit je 4.000 Euro und der Sonder-preis mit 3.000 Euro dotiert.
Anna Malicka-Zamorska, 1942 in Lubin-Wielki geboren, arbeitet seit über 30 Jahren an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Breslau als Bildhauerin. Sie hat sich insbesondere bei der künstlerischen Verarbeitung der Materialien Porzellan und Steingut einen Namen gemacht. In ihrer internationalen Werkstatt "Porzellan mal anders" in Waldenburg treffen sich Künstler aus verschiedenen Ländern an alten schlesischen Produktionsstätten. Die Werke von Anna Malicka-Zamorska sind in vielen Museen Polens zu sehen. Zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn, die auch Bildhauer sind, hat sie die zehn Bären entworfen, die den polnischen Pavillon bei der Expo 2000 in Hannover schmückten.
Prof. Dr. Hubertus Unverricht, der 1927 in Liegnitz geboren wurde, hat sich in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Forschung und Lehre vor allem der schlesischen und besonders der Liegnitzer Musiktradition angenommen. Unverrichts Arbeitsgebiete sind die Zeiten ab 1600, insbesondere das 18. und 19. Jahrhundert. Er wandte sich folgenden Themenbereichen zu: der Klassik, der Frühromantik, der Kammermusik, dem Urheberrecht in der Musik, der Musikeditionstechnik, aber auch der regionalen Musikgeschichte. Unverricht hat sich durch die Veröffentlichung des 4. Bandes der "Liegnitzer Lebensbilder des Stadt- und Landkreises" besonders hervorgetan.
Den Sonderpreis 2008 erhält die Redaktion der Zeitschrift "die horen", die, 1955 in Hannover gegründet, vier Mal im Jahr erscheint. Ein besonderes Anliegen der Redaktion ist die regelmäßige Veröffentlichung der Dichtung polnischer Autoren/innen. In diesem Kontext sind "die horen" seit Jahren auch Plattform für Dichter und Autoren, die mit dem "Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen" ausgezeichnet wurden. Die horen bauen seit Jahrzehnten eine kulturelle Brücke nach Schlesien.
Artikel-Informationen
erstellt am:
07.12.2007
zuletzt aktualisiert am:
20.05.2010
