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erstellt am:
17.08.2026
Behrens: „Ein halbes Jahrhundert Kulturpreis Schlesien – das ist ein echter Meilenstein für die deutsch-polnische Freundschaft sowie gelebte kulturelle und zwischenmenschliche Beziehungen“
Das Jahr 2026 markiert einen Meilenstein der engen Verbindung zwischen Niedersachsen und Niederschlesien: Zum 50. Mal werden am 10. Oktober 2026 durch die Jury des Kulturpreises Schlesien unter dem Vorsitz der Niedersächsischen Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, im Schauspielhaus Hannover herausragende Persönlichkeiten und Institutionen aus Deutschland und Polen mit dem Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Diese haben sich in außergewöhnlicher Weise für die Pflege und Vermittlung schlesischer Kultur sowie für die deutsch-polnische Freundschaft eingesetzt.
Auch in diesem Jahr hat die Jury zwei Hauptpreise und einen Sonderpreis vergeben. Zudem wurde eine weitere Sonderauszeichnung verliehen:
Mit einem Hauptpreis sind der Drehbuchautor und Regisseur Waldemar Krzystek und die renommierte Denkmalpflegerin und Kulturvermittlerin Margrit Kempgen ausgezeichnet worden.
Die Werke Krzysteks thematisieren die Geschichte Niederschlesiens nach dem Zweiten Weltkrieg und regen zur Auseinandersetzung mit der Identität der Region an.
Durch das Engagement Kempgens konnten zahlreiche Kirchen in Niederschlesien und Sachsen saniert werden. Darüber hinaus brachten die von ihr organisierten Studienfahrten vielen Menschen die schlesische Kultur und Geschichte näher und förderten so das gegenseitige Verständnis.
Der Sonderpreis wird an die „Fundacja Sztuki Współczesnej In Situ“ (Stiftung für zeitgenössische Kunst In Situ) verliehen, die sich in besonderem Maße für vielfältige und innovative Kulturarbeit engagiert.
Für sein Lebenswerk erhält Prof. Dr. Dr. Klaus Garber über die Haupt- und Sonderpreise hinaus eine Sonderauszeichnung der Jury. Der weltweit anerkannte Germanist, Literaturwissenschaftler und Kulturhistoriker aus Osnabrück befasst sich seit Jahrzehnten mit der schlesischen Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
Ministerin Behrens: „Ein halbes Jahrhundert Kulturpreis Schlesien – das ist ein echter Meilenstein für die deutsch-polnische Freundschaft. Der Preis steht symbolhaft für 50 Jahre gelebte kulturelle und zwischenmenschliche Beziehungen unserer beiden Regionen und Länder. Dieses besondere Jubiläum und die Verleihungsveranstaltung sind für mich ein wunderbarer Anlass, ebenfalls die Arbeit aller bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger zu würdigen. Auch vor diesem Hintergrund haben wir in diesem Jahr eine Sonderauszeichnung vergeben. Alle Preisträgerinnen und Preisträger haben ihr künstlerisches Schaffen der Geschichte und Kultur Schlesiens in Deutschland, Polen und Europa gewidmet. Nur wenige hundert Kilometer von unserer Partnerregion Niederschlesien entfernt tobt aktuell nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Putins auf die Ukraine ein furchtbarer Krieg. Der Kulturpreis Schlesien setzt in dieser Zeit ein Zeichen für Frieden und Kooperation, für grenzüberschreitende Kultur und deren verbindende Wirkung. Ich freue mich schon jetzt auf viele interessante und verbindende Begegnungen mit unseren Freunden aus Polen bei der Preisverleihung im Oktober in Hannover.“
Jarosław Rabczenko, Vizemarschall der Woiwodschaft Niederschlesien, hob hervor:
„Seit 50 Jahren ehrt der Kulturpreis Schlesien die besten Künstler, die mit Schlesien verbunden sind – sei es durch ihre Herkunft, durch ihr besonderes Engagement für Schlesien, durch die Erforschung seiner Geschichte oder durch die Schaffung von Werken, die mit seinem einzigartigen landschaftlichen, kulturellen oder wissenschaftlichen Charakter verbunden sind. Die Jury des Preises würdigt diese verdienten Persönlichkeiten, indem sie ihren Beitrag anerkennt, und folgt damit dem kreativen Kurs unserer großartigen Künstler. Ich gratuliere allen Preisträgern und freue mich schon sehr auf die außergewöhnliche 50. Jubiläumsfeier in Hannover.“
Hintergrund:
Der seit 1977 vom Land Niedersachsen verliehene Kulturpreis Schlesien hat seinen Ursprung in der Aufnahme von über 700.000 Vertriebenen aus Schlesien in Niedersachsen nach dem Zweiten Weltkrieg. Er symbolisiert die tiefe historische Verbindung zwischen diesen Regionen und hat das Ziel, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Polen zu fördern. Die jährlich wechselnde Verleihung in Niedersachsen und Niederschlesien betont die anhaltende Partnerschaft beider Länder. Die Preisverleihung 2025 fand in Wałbrzych/Waldenburg statt.
Kurzporträt von Waldemar Krzystek
Der polnische Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Waldemar Krzystek prägt die filmische Auseinandersetzung mit der europäischen Zeitgeschichte. Als „Regisseur von Legnica“ verwebt er in seinen preisgekrönten Spielfilmen und Fernsehproduktionen immer wieder die Geschichte seiner Heimatstadt mit drängenden gesellschaftlichen Fragen. Seine Werke beleuchten die schlesische sowie polnische Transformationsgeschichte mit hoher künstlerischer Qualität. Mit seinem filmischen Schaffen mahnt Krzystek stets die Bedeutung von Frieden und Verständigung an. Der Kulturpreis Schlesien würdigt seinen herausragenden Beitrag zur historischen Sensibilisierung und Aufarbeitung des regionalen Kulturerbes.
Kurzporträt von Margrit Kempgen
Die Juristin, Kulturvermittlerin und Oberkonsistorialrätin i. R. Margrit Kempgen prägt die grenzüberschreitende Bewahrung und Erforschung des schlesischen Kulturerbes. Zwischen Görlitz, Głogów und Świdnica begleitete sie maßgeblich die Sanierung bedeutender katholischer und evangelischer Sakralbauten. Auf zahlreichen Studienfahrten sowie in musikwissenschaftlichen Forschungsprojekten bringt sie den Menschen die vielschichtige Geschichte der Region näher. Mit ihrem unermüdlichen Engagement stärkt Kempgen stets die deutsch-polnische Verständigung. Der Kulturpreis Schlesien würdigt ihren herausragenden Beitrag zur Erforschung und Pflege des regionalen Kulturguts.
Kurzporträt von Fundacja Sztuki Współczesnej In Situ
Die Stiftung für zeitgenössische Kunst mit Sitz im niederschlesischen Sokołowsko (Görbersdorf) ist ein dynamisches Zentrum internationaler Kulturarbeit.
Unter der Leitung von Stiftungspräsidentin Zuzanna Fogtt erweckt die Institution durch Künstlerresidenzen, Ausstellungen, Kulturfestivals und Diskursformate historische Orte zu neuem Leben und vernetzt Kunstschaffende grenzüberschreitend. Mit ihren vielfältigen Projekten leistet die Fundacja Sztuki Współczesnej In Situ einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung eines offenen, europäischen Kulturverständnisses. Der Kulturpreis Schlesien würdigt ihr inspirierendes Engagement für die Kulturverbreitung und die Belebung des regionalen wie auch internationalen Dialogs.
Kurzporträt von Prof. Dr. Dr. Klaus Garber
Der Germanist, Literaturwissenschaftler und Kulturhistoriker Prof. Dr. Dr. Klaus Garber zählt zu den prägendsten Forschern der schlesischen Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit. Durch seine jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit hat er historische Quellen erschlossen und maßgebliche Grundlagen für die Erforschung des Kulturerbes geschaffen. In enger Kooperation mit polnischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fördert er den grenzüberschreitenden Dialog und akademischen Austausch. Der Kulturpreis Schlesien würdigt sein herausragendes Wirken zur Erforschung und Vermittlung des schlesischen Literaturguts.