Nds. Ministerium für Inneres und Sport klar

Innenminister eröffnet Expertensymposium

"Wir haben Anfang November in Hannover gesehen, welche Ausmaße Polizeieinsätze inzwischen bei den sogenannten Hochrisikospielen haben können. Beim Expertensymposium der Zentralen Polizeidirektion geht es heute darum, namhafte Experten zusammenzuführen und alternative Wege zur Gewaltprävention zu entwickeln. Das begrüße ich ausdrücklich, denn neue Impulse im Bereich der Prävention und eine Weiterentwicklung bereits erfolgreicher Konzepte sind genauso wichtig, wie ein geschlossenes Vorgehen gegen jedwede Form von Gewalt am Rande von Fußballspielen", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zur Eröffnung des Expertentreffen am 2. Dezember 2013 in Hannover. Die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen hatte über 100 Führungskräfte aller Polizeibehörden Niedersachsens, des Niedersächsischen Innenministeriums, der Bundespolizei, des Niedersächsischen Fußballverbandes sowie der Kompetenzgruppe "Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit" (KoFaS) der Uni Hannover eingeladen.

"Bereits seit Jahren beraten die Spezialisten des Sozialwissenschaftlichen Dienstes (SWD) meiner Behörde polizeiliche Einsatzverantwortliche in ganz Niedersachsen, um mit alternativen Herangehensweisen Gewaltphänomene möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen", äußerte sich Polizeipräsident Uwe Lührig in seiner Begrüßung. Da sei es naheliegend gewesen, dass die ZPD sich im Jahr 2010 als eine von 25 Polizeiorganisationen aus 14 europäischen Ländern an einem von der EU geförderten Projekt beteilige, so Uwe Lührig weiter. Eines der Projektziele sei es gewesen, polizeiliche Kommunikation und den gezielt gesuchten Dialog in den Mittelpunkt zur Vorbeugung und Deeskalation von gewalttätigen Konflikten zu stellen.

"Die Ergebnisse und Empfehlungen dieser Projektgruppe liegen nun auf dem Tisch und bieten sich geradezu an, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in den Fußballstadien näher betrachtet zu werden. Im Kern geht es vor allem um eine noch stärkere Differenzierung zwischen friedlichen und gewaltbereiten Lagern sowie die Intensivierung des polizeilichen Dialogs, geführt mit allen Beteiligten. Wie dies künftig noch besser gelingen kann, wollen wir mit führenden Vertretern aus Wissenschaft und polizeilicher Praxis erstmalig in Niedersachsen intensiv diskutieren", fasste der Polizeipräsident Idee und Intention des Expertensymposiums zusammen.

"In Deutschland sind es zurückblickend vor allem die gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande von Fußballspielen, die die Verantwortlichen für die innere Sicherheit auf den Plan rufen", beschrieb Achim Grube, Leiter des Sozialwissenschaftlichen Dienstes, eine der großen Herausforderungen für die Polizei. Regelmäßig Verletzte, darunter auch schwerverletzte Polizeibeamtinnen und -beamte der niedersächsischen Bereitschaftspolizei, bei den zurückliegenden Begegnungen in unterschiedlichen Ligen: Das seien Zahlen und Entwicklungen, die weder Vereine, Fanorganisationen, Politik, Wissenschaft noch Polizei akzeptieren könnten, so Achim Grube weiter.

Mittlerweile ein Erfolgsmodell: Die Polizeidirektion (PD) Hannover entwickelte ab 2007 gemeinsam mit dem SWD ein Konzept zur Reduzierung von Gewalt bei Fußballspielen. Dieses sah einen Einsatz von sogenannten Konfliktmanagern (KM) im Fußball vor. Die dafür vorgesehenen Beamtinnen und Beamten wurden in diesem Zusammenhang intensiv für ihre konfliktminimierende Tätigkeit qualifiziert. Die Einsatzverantwortlichen der PD Hannover haben das Konzept inzwischen erfolgreich weiterentwickelt und neuesten Entwicklungen im Fußballbereich angepasst. Die Ergänzung des taktischen Einsatzkonzepts um die Konfliktmanager wird inzwischen im gesamten Bundesgebiet als wegweisend wahrgenommen. In Europa ist dieses Einsatzkonzept mittlerweile unter der Bezeichnung "Hannover-Modell" bekannt.

"Unter dem Schirm der Kampagne "Gemeinsam FAIR" des niedersächsischen Innenministers und mit den Erkenntnissen aus dem EU-Projekt im Rücken haben wir nun eine wissenschaftliche Untersuchung initiiert, die neue Perspektiven zur Reduzierung von Gewalt im Fußballbereich eröffnen sollen. Dabei werden wir von polizeilichen Einsatzexperten aus Osnabrück, Hannover, Braunschweig und Hannover sowie Wissenschaftlern der KoFaS unterstützt", beschrieb Achim Grube die aktuelle Initiative des SWD.

Innenminister Boris Pistorius  
Innenminister Boris Pistorius
Innenminister Boris Pistorius mit Moderatoren  
Innenminister Boris Pistorius mit Moderatoren
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