Nds. Ministerium für Inneres und Sport klar

Polizeiliche Informations- und Kommunikationstechnik

Informations- und Kommunikationstechnologie - kurz IKT - wird in der Polizei in vielfältiger Art und Weise eingesetzt. Sie unterstützt ganz wesentlich die 23.000 niedersächsischen Polizeibeschäftigten in ihrer breit angelegten Aufgabenwahrnehmung und soll darüber hinaus auch zu einer möglichst effizienten Zielerreichung beitragen. Ohne den Einsatz moderner IKT ist heute eine erfolgreiche polizeiliche Arbeit in den Kernbereichen Gefahrenabwehr, Kriminalitätsbekämpfung, Verkehrssicherheitsbearbeitung und nicht zuletzt zur Bewältigung besonderer Einsatzlagen nicht mehr denkbar.

In der Polizei liegen aufgrund der besonderen Aufgabenstellungen und der zu berücksichtigenden rechtlichen Rahmenbedingungen die Anforderungen der IKT und ihr konkreter Einsatz im Vergleich zu den meisten anderen Lebensbereichen etwas höher und komplexer. Bei Auswahl und Einsatz der Technik müssen unterschiedliche Aspekte beachtet werden, wobei die jeweilige Aufgabenstellung auch die - manchmal sehr individuelle - Ausgestaltung der Technik vorgibt. Hier setzen vielfach gesetzliche Vorgaben einen Rahmen für den Einsatz der IKT, denn: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch erlaubt. Des Weiteren muss IKT in der Polizei eine besonders hohe Sicherheit, Integrität, Verfügbarkeit, Funktionsfähigkeit und Flexibilität - meist für einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb - aufweisen. Denn die Polizei muss auch in außergewöhnlichen Einsatzlagen, z. B. bei einem flächendeckenden Stromausfall, bei größeren Schadenslagen oder erheblicher Überlastung des öffentlichen Mobilfunknetzes weiterhin kommunikations- und einsatzfähig sein.

Eine besondere Herausforderung dabei ist die rasante technische Entwicklung. Hier den Anschluss nicht zu verlieren - ohne jeder neuen technischen Entwicklung auch folgen zu wollen oder zu müssen - bedeutet, die vorhandenen und oftmals beschränkten Ressourcen höchst effizient einzusetzen. Dazu bedarf es eines stringenten und nach strategischen Vorgaben ausgerichteten IKT-Einsatzes

- in der Telekommunikationstechnik, einschließlich Polizei-Notruf 110,

- bei DV-Systemen z. B. länderübergreifenden Fahndungssystemen oder eines auf die Belange der polizeilichen Vorgangsbearbeitung ausgerichteten Vorgangsbearbeitungssystems (Stichwort: NIVADIS),

- im Funkbereich zur Sicherstellung einer flächendeckenden sicheren drahtlosen Kommunikation, die auch dann funktioniert, wenn öffentliche Mobilfunknetze beeinträchtigt sind oder nicht mehr zur Verfügung stehen (Stichwort: TETRA Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben - BOS).

- für bestimmte Organisationsbereiche Einsatz von IKT-Spezialtechnik, z. B. zur Telekommunikationsüberwachung, um bestimmte in der Regel schwere Formen der Kriminalität entsprechend bekämpfen und aufklären zu können.

Zur zukunftsfähigen Ausrichtung der IKT wurden auf Grundlage einer IKT-Strategie im Rahmen eines Umsetzungsprojektes bis zum 30.04.2015 u. a. die Zentralisierung und Standardisierung weiter ausgebaut sowie Betriebsabläufe optimiert. Das Projekt „Umsetzung der IKT-Strategie" war vor allem darauf ausgerichtet, die polizeilichen Kernaufgaben sowie die strategischen Zielsetzungen der Polizei Niedersachsen durch eine moderne und akzeptierte IKT zu unterstützen. Der sichere, innovative und wirtschaftliche IKT-Einsatz soll aktiv zum Erfolg der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung beitragen und damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hilfreich in ihrer täglichen Arbeit begleiten.

Aufgrund der erarbeiteten Ergebnisse des Umsetzungsprojektes wurde vom Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport Ende 2014 entschieden, durch den zentralen Landesdienstleister IT.Niedersachsen einen Betrieb einer einheitlichen Microsoft-Plattform zu verfolgen. Hierzu wurde ab 01.06.2015 ein mehrjähriges Projekt bis zum 31.12.2018 mit dem Projektnamen „PolizeiClient" im Landespolizeipräsidium (LPP), Referat 26, eingerichtet.


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