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Cybercrime

Unsere moderne Gesellschaft ist heute ohne die über territoriale Grenzen hinweg stattfindende Vernetzung von Informations-, Steuerungs- und Versorgungssystemen nicht mehr vorstellbar. Mit den vielfältigen Chancen der Digitalisierung steigen jedoch auch die sicherheitspolitischen Herausforderungen. Nicht nur Betreiber kritischer Infrastrukturen, sondern auch die Bevölkerung sowie Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung sind zunehmend auf verlässliche Technologien angewiesen und müssen sich vor kriminellen Handlungen im Internet (Cyber-Raum) schützen.

Allgemein ausgedrückt umfasst Cyber-Kriminalität (Cybercrime) alle Straftaten, die sich gegen das Internet, weitere Datennetze, informationstechnische Systeme oder gegen deren Daten richten. Cybercrime beinhaltet aber auch die Straftaten, die lediglich mittels dieser Informationstechnik begangen werden. Der Begriff der Cybercrime wird für nahezu alle kriminellen Handlungen im Zusammenhang mit der zunehmenden Digitalisierung unseres Lebens verwendet.

Die Studie „Befragung zu Sicherheit und Kriminalität in Niedersachsen" der Kriminologischen Forschungsstelle (KFS) des Landeskriminalamtes Niedersachsen aus dem Jahr 2015 erbrachte erneut, dass Anzeigen in den Bereichen Cybercrime nach wie vor nur sehr zurückhaltend erstattet werden. Die Angriffsszenarien bzw. -Möglichkeiten entwickeln sich dagegen laufend weiter und werden immer professioneller ausgeführt. Häufig kann dabei zunächst nicht auf die Identität oder die Motivation des Angreifers geschlossen werden. Angriffe auf kritische Infrastrukturen, beispielsweise auf Krankenhäuser oder Energieversorger, können Menschenleben gefährden und erhebliche Schäden verursachen. Neben dem Schutz kritischer Infrastrukturen ist es daher auch ein wesentliches Ziel der Cybersicherheitsstrategie, die Strafverfolgung im Cyber-Raum weiter zu stärken.

Die Bekämpfung der Cybercrime ist daher in der strategischen Ausrichtung der niedersächsischen Landespolizei 2020 ein wesentliches Kernelement. Deshalb wurde 2016 in der niedersächsischen Polizei insgesamt 12 sogenannte Taskforces Cybercrime / Digitale Spuren (TF CC/DS) in den Polizeidirektionen neu eingerichtet. Für diese Einheiten und das Landeskriminalamt Niedersachsen wurden bis 2017 mehr als 35 neue Beschäftigungsmöglichkeiten für IT-Spezialisten mit Studienabschlüssen in der Informatik oder vergleichbar geschaffen. Für diese Arbeitsbereiche wurden damit einhergehend Verbesserungen der technischen Ausstattungen sowohl in forensischen als auch in den ermittelnden Bereichen vorgenommen. Im Zusammenwirken mit der Hochschule Emden / Leer wurde zudem die Weiterbildung innerhalb der Polizei gestärkt.

Im Landeskriminalamt Niedersachsen wurde die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) weiter gestärkt und steht als vertrauenswürdiger Ansprechpartner für die Zusammenarbeit insbesondere mit kleinen und mittelständischen niedersächsischen Unternehmen zur Verfügung. Das Landeskriminalamt Niedersachsen ist darüber hinaus seit 2014 Mitglied einer Sicherheitskooperation mit dem BITKOM e.V. und weiteren Landeskriminalämtern.

Die Präventionsprogramme der Polizei sind in erster Linie darauf ausgerichtet, die Bürgerinnen und Bürger in puncto Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien und persönlichen Daten zu sensibilisieren. Mit dem "Ratgeber Internetkriminalität" sind über die Seite www.polizei-praevention.de des Landeskriminalamtes Niedersachsen hilfreiche Informationen und tagesaktuelle Meldungen zu neuen Phänomenen und Verhaltenshinweisen. Die Möglichkeit einer direkten Beratung zu einem persönlichen Anliegen erfährt dabei einen großen Zuspruch.


Die Landesregierung legt mit ihrer Strategie gegen Cybercrime großen Wert auf ein nachhaltiges Verhindern rechtsfreier Räume in der digitalen Welt.


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