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Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei

Im Jahre 2008 sind in Niedersachsen insgesamt 595 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden – 4467 waren es bundesweit. Auch in unserem Land bildet sich das schwere Unfallgeschehen ganz überwiegend auf dem überörtlichen Straßennetz ab. Cirka 70 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Getöteten ereignen sich auf Landstraßen.
Mit 204 Getöteten, 970 Schwerverletzten und 1.736 Leichtverletzten (im Jahre 2008) sind die so genannten Baumunfälle in Niedersachsen besonders problematisch. Dabei spielen Bäume und Alleen im Bewusstsein der Autofahrer nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich 13 Prozent der Kraftfahrer halten sie für gefährlich, obwohl bei dem Aufprall eines Fahrzeugs auf einen Baum besonders schwerwiegende Unfallfolgen eintreten. Während der Anteil von Baumunfällen bei den leichten Verletzungen lediglich fünf Prozent beträgt, liegt er bei schweren Verletzungen bereits bei 15 Prozent, und bei den Verkehrsunfällen mit Getöteten beträgt der Anteil der Baumunfälle sogar über 30 Prozent. Dabei stellt die Polizei als maßgebliche Hauptunfallursache immer wieder erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. Unter der Zielsetzung, insbesondere die schweren Verkehrsunfallfolgen zu reduzieren und bestehende Verkehrssicherheitspotenziale maximal auszuschöpfen, hat die Polizei ihre präventiven und repressiven Handlungsmöglichkeiten zu einem strategischen Gesamtkonzept gebündelt. Dazu haben die Polizeidienststellen die örtlichen Unfalllagebilder gezielt im Bereich der Außerortsstrecken ausgewertet und die Streckenabschnitte festgestellt, auf denen sich schwere Verkehrsunfälle gehäuft ereignen. Auf diese Strecken konzentriert die Polizei ihre Maßnahmen. Die entwickelten Konzepte zur Verhaltensbeeinflussung zielen darauf, das Gefahrenbewusstsein der Autofahrer zu sensibilisieren und sicheres, verantwortungsbewusstes Verhalten zu fördern. Prävention mit Hinweisen zu sicherem Fahren und konsequente Überwachung sollen sich gezielt ergänzen.

Mit der Zielsetzung einer wirksamen Verkehrssicherheitsarbeit haben das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, dem Niedersächsischen Kultusministerium und der Landesverkehrswacht Niedersachsen das Forum "Innovativ und verkehrssicher in Niedersachsen" gebildet. In sog. Werkstätten und Projekten soll die Verkehrssicherheitsarbeit dieser Institutionen gebündelt und durch die Einbindung anderer Träger effektiver und effizienter gestaltet werden. Gemeinsames Ziel des neuen Forums ist die nachhaltige Senkung der Verkehrsunfallzahlen. Pilotprojekte in einzelnen Landkreisen haben gezeigt, dass bei einer konsequenten Maßnahmebündelung die Unfallzahlen rückläufig sind.

Die landesweite Kampagne gegen Baumunfälle bildet die erste gemeinsame Aktion der im Forum zusammengefassten Akteure. In diesem Rahmen sind bereits viele kreative Aktionen durchgeführt worden. Die Verkehrssicherheitsprojekte in den Regionen Gifhorn und Peine sowie die Aktionen im Zuge der Bundesstraßen 51 und 217 sowie der Landesstraße 233 sind Beispiele für den Erfolg des konzertierten Handelns von Institutionen mit Verkehrssicherheitsaufgaben.

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