Das Grenzdurchgangslager Friedland wurde im September 1945 auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht zur Durchschleusung und ersten Betreuung von Evakuierten und Flüchtlingen eingerichtet. Friedland wurde gewählt, weil es an der Schnittstelle der britischen-, amerikanischen- und sowjetischen Besatzungszone lag. In der Folgezeit wurden neben den heimkehrenden Kriegsgefangenen die unterschiedlichsten Flüchtlingsgruppen aufgenommen. Darunter waren z.B. Flüchtlinge aus Ungarn, die während des Aufstands 1956 kamen, "boat people" aus Vietnam in den 1970er Jahren und heute jüdische Zuwanderer.
Das Grenzdurchgangslager Friedland hat sich in diesen Jahren den Namen "Tor zur Freiheit" erworben. 2005 konnte das 60 jährige Bestehen im Beisein des Bundespräsidenten und des Niedersächsischen Ministerpräsidenten gewürdigt werden.
Heute ist das Grenzdurchgangslager Friedland die einzige Erstaufnahmeeinrichtung in Deutschland für Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen. Sie kommen fast ausschließlich aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Von der Außenstelle des Bundesverwaltungsamtes werden sie nach der Ankunft registriert und auf die Bundesländer verteilt. Die Unterbringung, Versorgung, Betreuung und Weiterleitung erfolgt durch das Grenzdurchgangslager Friedland. Es wird bei seiner Aufgabe durch die Wohlfahrtsverbände unterstützt.
Angesichts der rückläufigen Zahlen der zu uns kommenden Spätaussiedler hat sich die Landesregierung dazu entschlossen, freie Kapazitäten für Integrationsaufgaben zu nutzen. Das Grenzdurchgangslager Friedland trägt heute den Namenszusatz - Niedersächsisches Zentrum für Integration -. Spätaussiedlern, die nach Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz zugewiesen werden, können im Rahmen eines Integrationsangebots, das auch die Kinder und Jugendlichen gezielt fördert, an Integrationskursen teilnehmen. Dieses Angebot wird so gut angenommen, dass z. B im September 2007 bis zu 17 Kurse gleichzeitig in Friedland durchgeführt wurden. Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanzierten Kurse werden von zertifizierten Trägern der Erwachsenenbildung durchgeführt.
Kontakt:
Grenzdurchgangslager Friedland
Heimkehrerstr. 18
37133 Friedland
Tel.: 05504-803-0
E-Mail: poststelle@gdl-fr.niedersachsen.de