Nds. Ministerium für Inneres und Sport klar

Verkehrsunfallstatistik 2008 für Niedersachsen

Schünemann: Zahl der Unfallopfer auf historischem Tiefstand


HANNOVER. Erneuter Rückgang bei den Verkehrstoten in Niedersachsen: Ihre Zahl sank 2008 auf 595 und lag damit gut sechs Prozent unter der des Vorjahres (634). "Erstmals seit Einführung der Unfallstatistik in Niedersachsen im Jahre 1950 konnte damit die Grenze von 600 Verkehrstoten unterschritten werden", sagte Innenminister Uwe Schünemann am Montag in Hannover bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2008. Die in den vergangenen Jahren erreichten Sicherheitsgewinne würden besonders deutlich, wenn man bedenke, dass im Jahr 1999 noch 974 getötete Verkehrsopfer zu beklagen gewesen seien.

Autobahnen

Einen deutlichen Rückgang bei den Verkehrstoten gab es insbesondere auf den niedersächsischen Autobahnen. Hier verunglückten 56 Menschen tödlich und damit gut 23 Prozent weniger als im Vorjahr (73). Auch die Anzahl schwer verletzter Unfallopfer konnte hier gesenkt werden, nämlich ebenfalls um über 23 Prozent von 557 auf nunmehr 426.

Kinder

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder reduzierte sich von 21 auf 15 nochmals deutlich. Auch diese Zahl stellt den niedrigsten Wert seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik dar. Im Jahr 1999 waren noch 46 Kinder im Straßenverkehr getötet worden.

Weniger Baumunfälle dank Kompetenzteams

Bei den Baumunfällen sank die Zahl der Getöteten ebenfalls: von 222 auf 204 (-8 Prozent). Schünemann wertete den auch langfristig positiven Trend in diesem Bereich als Beleg für die Richtigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit in den so genannten Kompetenzteams, die Teil der von Verkehrs- und Innenministerium 2007 eingeleiteten Kampagne gegen Baumunfälle sind. Mit Unterstützung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft und der Landesverkehrswacht waren für die 12 besonders unfallbelasteten Strecken in Niedersachsen derartige Teams gebildet worden, die das Unfallgeschehen analysieren und konkrete Maßnahmen zur Unfallvermeidung und Folgenminderung vorschlagen sollen.

Schünemann zeigte sich erfreut, dass die von den Kompetenzteams umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen bislang erfolgreich waren. So sank auf den Referenzstrecken im Bereich Peine die Anzahl der Baumunfälle im vergangenen Jahr von 84 auf 66. Dabei verringerte sich die Anzahl der Getöteten von vier auf zwei und die der Schwerverletzten von 32 auf 15.

Auf der Landesstraße 233 im Landkreis Uelzen ging die Anzahl der Baumunfälle von zehn auf fünf zurück. Die Zahl der bei Baumunfällen Schwer- und Leichtverletzten konnte jeweils von vier auf einen reduziert werden. Die Zahl der Verkehrstoten sank von einem auf null.

Auf der Bundesstraße 51 im Bereich Diepholz konnte trotz einer Gesamtzunahme der Verkehrsunfälle eine Reduzierung der Baumunfälle mit Personenschaden von acht auf drei und mit Toten von drei auf einen erreicht werden.

Auf den ausgewählten Streckenbereichen in den Bereichen Ronnenberg und Springe haben sich nach Durchführung der Maßnahmen bislang keine Verkehrunfälle mehr ereignet. Das gilt zum einen für die Bundesstraße 217, wo es im Zeitraum von 2007 bis August 2008 elf Verkehrsunfälle mit einem Getöteten, einem Schwerverletzten und zwei Leichtverletzten gegeben hatte. Nach dem Bau von Schutzplanken, einer Intensivierung der polizeilichen Geschwindigkeitsüberwachung und der Entfernung von Bäumen an besonders neuralgischen Stellen sind seit Herbst 2008 keine Verkehrsunfälle mehr zu verzeichnen. Weitere bauliche Maßnahmen sind für dieses und das kommende Jahr geplant. Auch auf der L 422 haben sich nach einer Sanierung der Fahrbahnoberfläche im Sommer 2008 keine Unfälle mehr ereignet. In der Zeit von 2007 bis zum Sommer 2008 kam es dort noch zu fünf Verkehrsunfällen mit einer schwer und drei leicht verletzten Personen.

"Junge Fahrer"

Erfreuliche Tendenz auch bei den "Jungen Fahrern". Bei dieser Zielgruppe im Alter von 18 bis 24 Jahren verzeichnete die Polizei 2008 deutlich weniger Tote. Mit 137 getöteten Jungen Fahrern wurde die Zahl des Vorjahres mit 148 Fällen um gut sieben Prozent unterschritten.

Im Jahr 1999 lag sie noch bei 241. Insgesamt ist damit innerhalb von zehn Jahren ein Rückgang von über 43 Prozent eingetreten.

Alkohol und Drogen

Erneut gesunken ist die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Gegenüber 4.388 Alkoholunfällen im Jahr 2007 ereigneten sich im vergangen Jahr noch 4.128 Trunkenheitsunfälle. Das entspricht einem Rückgang von fast sechs Prozent. Damit ist seit dem Jahr 1999, in dem sich noch 6.097 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss ereignet hatten, eine kontinuierliche Reduzierung der Alkoholunfallzahlen festzustellen. "Diese Entwicklung ist auch ein Beleg für die rückläufige gesellschaftliche Akzeptanz des Fahrens unter Alkoholeinfluss", sagte Schünemann.

Demgegenüber nehmen die Fahrten unter Drogeneinfluss weiter zu. Dabei ist nach den Worten Schünemanns allerdings zu berücksichtigen, dass diese Straftat ein klassisches Kontrolldelikt darstellt. Verstärkte polizeiliche Kontrollaktivitäten führten zu einer entsprechenden Steigerung der Fallzahlen. "Diesen Effekt streben wir aber ausdrücklich an. Wir wollen deutlich machen, dass die Polizei in der Lage ist, das Führen von Kraftfahrzeugen unter Drogeneinfluss sicher festzustellen", betonte der Innenminister.

Im Ergebnis hat die Polizei die Feststellungsquote bei folgenlosen Drogenfahrten gegenüber dem Jahr 2007 nochmals um fast 16 Prozent auf 7113 Fälle steigern können. "Angesichts der mit diesen Zahlen belegten hohen polizeilichen Detektionssicherheit ist es ein gefährlicher Trugschluss zu glauben, dass Autofahren unter Drogeneinfluss von der Polizei nicht festgestellt werden könne", sagte Schünemann.

Gesamtentwicklung

Insgesamt registrierte die Polizei im Jahr 2008 mit 190.398 Unfällen drei Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings sagt diese Zahl nur wenig über die Entwicklung des tatsächlichen Unfallgeschehens aus, da der Polizei ohnehin nur etwa die Hälfte der bei den Haftpflichtversicherern gemeldeten Verkehrsunfälle bekannt wird. Als Indikator für den Verkehrssicherheitsstatus gilt daher nach wie vor die Zahl der schwer verletzten und getöteten Unfallopfer.

 

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26.02.2009

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Fax: 0511/120-6555

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