Nds. Ministerium für Inneres und Sport klar

Forschungsprojekt zu Gewalt verherrlichenden Computerspielen

Innenministerium und Kriminologisches Forschungsinstitut untersuchen besseren Jugendschutz bei Killerspielen


HANNOVER. Das niedersächsische Innenministerium und das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen E.V. (KfN) wollen gemeinsam untersuchen, wie der Jugendschutz bei Killerspielen verbessert werden kann. "Das Projekt soll einen wichtigen Beitrag zu dem offensichtlich zu freizügigen Umgang und zu einfachen Zugriff auf Killerspiele bei Jugendlichen leisten", sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann am Montag bei der Vorstellung des Forschungsprojekts in Hannover. Gemeinsam mit dem KfN werden alle rechtlichen und technischen Möglichkeiten eines besseren Jugendschutzes bei Gewalt verherrlichenden Computer-spielen untersucht.

Niedersachsen hat für dieses Projekt von der Innenministerkonferenz den Auftrag erhalten. "Ein wirksamer Jugendschutz kann letztlich nur erreicht werden, wenn besonders schädliche Computerspiele nicht mehr hergestellt beziehungsweise der Zugriff für Jugendliche erheblich erschwert wird. Dies muss zumindest für Deutschland unser Ziel sein", sagte Innenminister Schünemann.

"Erste Ergebnisse zu Auswirkungen solcher Killerspiele auf Jugendliche zeigen: die eigene Gewaltbereitschaft kann verstärkt werden, wenn weitere Belastungsfaktoren, wie zum Beispiel Erfahrungen mit innerfamiliärer Gewalt oder enthemmender Alkoholkonsum, hinzukommen", so der Direktor des KfN Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Neuere Untersuchen bei Schülern hätten außerdem einen Zusammenhang zwischen dem häufigen Konsum von brutalen Computerspielen und schlechten Schulnoten ergeben.

In dem von der Thyssen Stiftung unterstützten Forschungsprojekt soll jetzt unter anderem die Arbeit der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) überprüft werden. In einem ersten Schritt werden dazu die Inhalte von rund 90 Computerspielen ermittelt, die unterschiedliche Alterseinstufungen erhalten haben.

Danach werden die entsprechenden Gutachten der USK überprüft, in wie weit die Einstufungen nachvollziehbar sind oder es nach den Regeln des Jugendmedienschutzes zu anderen Be-wertungen hätte kommen müssen. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend in einer Arbeitsgruppe unter Einbindung des Jugend- und Kultusministeriums Konsequenzen ermittelt und ein Konzept mit dem Ziel einer gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern erarbeitet werden. Schünemann und Pfeiffer waren sich darin einig, dass der Jugendschutz bei Gewalt verherrlichenden Computerspielen deutlich verbessert werden muss.

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